Oberwesel


Weinlagen Oberwesel: Sieben Jungfrauen, Oelsberg, St. Martinsberg, Bernstein, Römerkrug, Bienenberg
Weinlagen Engehöll: Bernstein, Goldemund
Weinlagen Dellhofen: Römerkrug, St. Wernerberg
Weinlagen Langscheid: Hundert

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Oberwesel wirbt durchaus zutreffend mit dem Slogan "Stadt der Türme und des Weines". Immerhin zählt  die guterhaltene Stadtmauer 16 Wehrtürme. Wie oben aufgelistet verfügt Oberwesel über fünf Einzellagen, darunter die Spitzenlage Ölsberg. Die Liebfrauenkirche und die St. Martinskirche (beide 14. Jahrhundert) gehören zu den schönsten gotischen Kirchen am Mittelrhein. Sehenswert sind zudem das Stadtmuseum im Kulturhaus, die begehbare Stadtmauer sowie das Günderodehaus oberhalb des Oelsbergs. Die pittoreske Schönburg ist eine sogenannte Ganerbenburg, die sich mehrere Geschlechter einer Familie teilen mußten. Im 13. und 14. Jahrhundert waren dies bis zu acht Ganerben-Familien - daher die vielgestaltige Bebauung der Burg. Zu Oberwesel gehören die Ortsteile Dellhofen, Urbar, Engehöll und Langscheid. Das Bild unten zeigt den Blick von der Schönburg auf Oberwesel. Im Vordergrund erkennt man die Liebfrauenkirche, links hinter dem Ort liegt der St.Martinsberg, rechts daneben der Oelsberg.






Oberweseler Oelsberg ***


Die Spitzenlage Oelsberg liegt nördlich von Oberwesel in einer Biegung des Rheins. Es handelt sich um eine nach Süd-Südosten bis Osten ausgerichtete Lage mit ausserordentlich interessanter Geologie. Der Blick auf die geologische Karte zeigt, daß in Oberwesel die Grenze zwischen Hunsrückschiefer und den Schichten des Unterems (jünger als Hunsrückschiefer) liegt. Entsprechend stammt der Schiefer des Oelsberges aus den Schichten des Unterems, genauer gesagt aus den Singhofen-Schichten. Die Singhofen-Schichten bestehen aus einer Wechsellagerung von Tonschiefer und quarzitigem Sandstein mit Porphyroiden. Diese Schichten finden sich in einer anderen großen Weinlage des Mittelrheins wieder, nämlich im Bopparder Hamm Ohlenberg und Engelstein! So gibt es folglich einige Parallelen zwischen den beiden Prallhängen Oberweseler Oelsberg und Bopparder Hamm. Nach Angaben von Jörg Lanius endet zudem im Oelsberg eine quer durch Europa bis an den Rhein reichende Bodenverwerfung, die Buntsandstein in die oberen Bodenschichten gebracht hat. Die Bodenverhältnisse im Oelsberg sind komplex. Es dominiert Lehmschutt über in 70cm Tiefe anstehendem Schiefergestein (Leitbodenform 3.2). Gerade auf der Höhe des Oelsberges findet sich jedoch ein tiefgründiger Lößlehmboden mit sehr hoher Wasserspeicherfähigkeit (Leitbodenform 8.1). Die Beimischung dieses gehaltreichen, neutralen bis alkalischen Bodens ist eine weitere Parallele zwischen Oelsberg und Bopparder Hamm. Dies also ist die besondere Mischung des Oelsberges: Singhofen Schichten mit Buntsandstein und Löß-Lehm. Der Name des Oelsberges könnte einen Hinweis auf Erlen enthalten (mundartlich: "elsbers") [17]. Der Oelsberg beginnt ca. 100m vom Rheinufer entfernt und befindet sich auf 90-200m über NN. Der durchgehend steile Weinberg ist, wie oben bereits erwähnt, nach Süd-Südosten bis Osten ausgerichtet. Das nachstehende Foto zeigt eine Übersichtsaufnahme des Oelsberges. Im Oelsberg wurden jüngst umfangreiche Maßnahmen zur Flurbereinigung durchgeführt. Im Zuge dieser Maßnahmen wurden 8,5 ha Weinbergsbrache entbuscht, Trockenmauern saniert und zugewachsene Felsenflächen von den Pflanzen befreit. Zudem entsteht im Oelsberg eine moderne Bewässerungsanlage, die in Deutschland wohl ihresgleichen sucht und das Terroir der 17 Winzer verbessert, die sich den Oelsberg teilen [25]. Hierbei wird zu jeder Reihe eine Tropfleitung geführt und jeder Rebstock bekommt einen eigenen Tropfer. Die elektronische Steuerung ermöglicht es jedem Winzer, sein eigenes Bewässerungsprogramm einzusetzen. Man kann den Oelsberg als eine natürliche Terroir-Einheit auffassen, zu diskutieren wäre aber auch eine Abtrennung der Nordspitze des Weinberges hinter dem Meer-Bach, wo sich einige Terassen sehr weit nach Süden drehen. Oelsberg-Rieslinge sind sehr kraftvoll und bestechen durch eine ausgeprägte Frucht, manchmal bis hin zu opulenten, exotischen Aromen; hinzu kommen feine Gewürznoten. In großen Oelsberg-Rieslingen spiegelt sich das günstige Mikroklima im Reifegrad der Weine und die Komplexität des Ausgangsgesteins sowie der Bodenverhältnisse in ihrer nuancenreichen Aromatik. Das Bild unten zeigt den Blick von der Schönburg in Richtung Norden auf den Oelsberg.





Oberweseler St. Martinsberg
 
Der St. Martinsberg zieht sich hinter dem nördlichen Oberwesel von der Rheinseite bis weit in das Tal des Nieder-Bachs hinein (siehe Bild, von der gegenüberliegenden Rheinseite aus aufgenommen). Der Weinberg ist nach Südwesten bis Südosten ausgerichtet. Hier herrscht mittelschwerer Tonschieferverwitterungsboden vor. Laut [17] geht die Lagenbezeichnung auf eine alte, jenseits des Nieder-Bachs gelegene Flur zurück, die sich im Besitz der St. Martinskirche befand.





Oberweseler Winzer


Dieser Weinführer beschreibt bisher die Weine von Lanius-Knab, Goswin Lambrich, Albert LambrichWeiler-Fendel und Johannes Hoffmann.

 


 

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