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Brey
Weinlage: Hämmchen http://www.rheinreise.de/Brey.html http://www.brey-online.de Der
kleine Ort Brey liegt auf der linken Rheinseite
zwischen Rhens und Spay, gegenüber von Braubach. Erstmals
erwähnt wurde Brey in einer Schenkungsurkunde aus dem
Jahre 821. Die Besiedelung läßt sich bis in die
Jungsteinzeit (ca. 3000-1800 v. Chr.) zurückverfolgen - man fand
hier u.a. Schaber, Klingen und Faustkeile aus Feuerstein. Auch die Römer haben in Brey
ihre Spuren
hinterlassen, das Kastell
befand sich vermutlich am Tauberbach. Zeugnis der Römer ist ein in
der "Talheck" erhaltenes Aquädukt, das in ca. 4,50 m Tiefe durch
Schieferstein gebrochen wurde und heute noch Wasser führt. Rund um
Brey gibt es sehr schöne Wanderwege, die zum Beispiel aus dem Ort
heraus, am Breyer Hämmchen vorbei, bis in den Bopparder Hamm
führen. Weinbau wird in Brey seit mehr als 300 Jahren betrieben.
Die Tradition endete im Jahre 2003 mit der Aufgabe der beiden letzten,
nur noch 1/4 ha großen Parzellen im Breyer Hämmchen. Es ist
dem bemerkenswerten Engagement der Weinbruderschaft Breyer
Hämmchen e.V.
zu verdanken,
daß es inzwischen wieder Reben im Breyer Hämmchen gibt. Auf
0,8 ha wurden im Jahre 2006 ca. 4000 Riesling-Rebstöcke gepflanzt,
bereits 2008 konnten die ersten Flaschen gefüllt werden.
Breyer Hämmchen *-**
Der Name "Hamm" bezeichnet eine Flußkrümmung bzw. das daran
angrenzende Land [17].
Beispiele sind der
Kester Hamm (1290) oder der Bopparder Hamm (1216). In Analogie hierzu
wurde die leicht gekrümmte Hanglage am Breyertalbach mit
"Hämmchen" bezeichnet. Es
ist urkundlich belegt, dass das Breyer Hämmchen im Jahre 1217 in
den Besitz des Klosters Eberbach im Rheingau überging. Der Blick
auf die geologische Karte [19]
offenbart,
dass das Breyer Hämmchen
in einem Band aus Kieselgallenschiefer liegt, in dem sich auch die
bekannten Lagen Bopparder Hamm Fässerley
und Mandelstein
befinden. Der dunkle, sehr harte
Kieselgallenschiefer ist
wegen seines geringen Kalkgehaltes sehr verwitterungsanfällig. Das Breyer Hämmchen
umfaßt heute eine Weinbaufläche von 1,1 ha, östlich
schließt sich eine Fläche von 0,25 ha an, auf der die
Weinbruderschaft rote Weinbergspfirsiche gepflanzt hat. Den kleinen
Weinberg kann man als eine natürliche Terroir-Einheit beschreiben.
Die Lage ist nach Südosten ausgerichtet, liegt auf 145-180m
über NN und ist ca. 1,5km vom Rhein entfernt. Die wechselnde
Steigung liegt im Mittel bei ca. 40-50%. Aus den vorliegenden Daten
läßt sich ein mittleres bis hohes, natürliches
Qualitätspotential
abschätzen (*-**).
Aufgrund von Geologie,
Ausrichtung, Topographie und Höhenlage gibt es einige Analogien
zwischen dem Breyer Hämmchen und den höher gelegenen
Bereichen des Bopparder Hamm Fässerley - allerdings profitiert
letzterer zudem von der Nähe zum Fluß. Das Breyer
Hämmchen bringt säurebetonte, mineralisch-strengwürzige
Rieslinge hervor, die nach Zitrus und heimischen Früchten riechen. Sie
sind
dem Fässerley nicht unähnlich, dessen Weine
oftmals mit der Mosel verglichen werden.
2008 wurde der erste Riesling des neuen Breyer Hämmchen (ausgebaut
von Florian Weingart) abgefüllt. Nachfolgend finden Sie die
Verkostungsnotizen der bisherigen Jahrgänge von 2007 bis 2009:
Breyer
Hämmchen Riesling Hochgewächs trocken 2009 *-** (A:
12% vol., S: 7,7 g/l, RZ: 7,3 g/l, verkostet im
September
2010)
Intensive,
glasklare, zitrusfruchtig-würzige Nase. Limetten, Schieferhauch und
strenge Gewürze. Erfrischender Auftakt. Intensive, zitrusfruchtige,
saftig-würzige Gaumenaromatik, unterstützt von sehr anregendem
Säurenerv. Sehr intensiver, langer Nachhall, geprägt von
salzig-mineralischen und feinherb-strengwürzigen Aromen. Saftiges,
lebendiges Riesling-Hochgewächs mit Limetten-Gewürz-Nase und
erfrischender Gaumenaromatik auf einer soliden,
mineralisch-strengwürzigen Basis.
Breyer
Hämmchen Riesling Hochgewächs halbtrocken 2009 *-** (A:
11% vol., S: 8,2 g/l, RZ: 18,1 g/l, verkostet im Oktober
2010)
Sehr
helles Goldgelb. Intensive, komplexe, mineralische Nase. Ausgeprägtes
Schieferaroma, Zitrustouch, Honigmelone und strenge Gewürze. Frischer,
süßlicher Ansatz. Saftige, mineralisch-reiffruchtige und würzige
Gaumenaromatik. Schönes Spiel von Restsüße mit pikanter Säure.
Intensiver, langer Nachhall, geprägt von mineralisch-strengwürzigen
Aromen. Komplexes, schiefergeprägtes Hochgewächs mit
mineralisch-würziger Nase, saftiger Gaumenaromatik, anregendem
Säure-Süße-Spiel und strengwürzigem Finish.
Breyer
Hämmchen Riesling Spätlese trocken 2008 * (A:
12% vol., S: 8,1 g/l, RZ: 3,7 g/l, verkostet im
September
2009)
Verschlossene
Nase, die Zeit zum Öffnen braucht. Erinnerung an herbe Äpfel,
Stachelbeeren und Zitrusfrüchte. Mineralität und strenge
Gewürze. Markanter Ansatz. Herbwürzige Gaumenaromatik,
unterstützt von rassigem Säurenerv. Intensiver, langer
Nachhall, geprägt von mineralischen und strengwürzigen Aromen.
Glasklare, prägnante, etwas verschlossene Riesling-Spätlese
mit grüner Frucht, rassigem Säurenerv und
mineralisch-strengwürzigem Finish.
Breyer
Hämmchen Riesling Spätlese halbtrocken 2008 *-** (A:
11,5% vol., S: 8,7 g/l, RZ: 9,1 g/l, verkostet im
September
2009)
Nase
von mittlerer Intensität. Blüten, Stachelbeeren, Pfirsiche,
Schiefer und strenge Gewürze. Schlanker Ansatz. Prägnante
Noten heimischer Früchte, unterstützt von rassigem
Säurenerv und dezenter Restsüße. Mittellanger Nachhall,
geprägt von frischfruchtigen, feinmineralischen und
feinwürzigen Aromen.
Glasklarer, prägnanter Riesling mit Stachelbeer-Schiefer-Nase,
anregendem Säurespiel und feinmineralischem Abschluss. Breyer
Hämmchen No.1 Riesling Spätlese feinherb 2007 *-** (A:
11% vol., S: 6,2 g/l, RZ: 16,9 g/l, verkostet im Juni
2008)
Herbfruchtige
Nase, die sich langsam zu großer Intensität öffnet.
Erinnerung an schwarze Johannisbeeren, etwas Sahne, strenge
Gewürze und dunkle Schiefer-Mineralität. Fester,
herbwürziger Auftakt. Intensive, herbe Cassisfrucht,
unterstützt von frischem Säurenerv. Sehr intensiver, langer
Nachhall, geprägt von markanten Noten strenger Gewürze und
festem, mineralisch-feinherbem, beinahe pfeffrigem Abschluß.
Markante, "eckige" Riesling-Spätlese mit Cassis-Nase, herbfruchtiger
Gaumenaromatik und strengwürzigem Abschluß.
Winzer
in Brey Weingüter
gibt es in Brey leider keine mehr. Die
Weinbautradition wird heute von der Weinbruderschaft Breyer
Hämmchen e.V. in
Zusammenarbeit mit dem Weingut Weingart aus Spay
aufrechterhalten.
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